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Письма римскому другу

Вычитал в статье замечательный термин Quartalsgewinntunneldurchblicker. По смыслу аналогично Эффективному Менеджеру в русском, но описанному с немецкой педантичностью.

Ещё один текст на немецком для архива. Переводить на русский влом. Сообщения об ошибках приветствуются.

RE-Tools, ReqIF und andere Albträume in Requirements Engineering




Man sagt, dass Word und Excel für Requirements Engineering zu altmodisch sind. Man muss moderne RE-Tools verwenden.

Tools sind gut. Tools sind mächtig. Tools sind gefährlich.

Theoretisch könnten Tools viele Verbesserungen bringen, wenn sie neue vernünftige Prozesse unterstützen würden. Leider dienen sie in meisten praktischen Fällen nur als "etwas andere Word und Excel", und wenn man die Projektmetriken richtig misst, zeigen sie die Werte von "schlecht" bis "schrecklich".

Die korrekte Fragestellung lautet: Was müssen wir in den gegenwärtigen Prozessen verbessern? Warum ist das wichtig? und Was wird das kosten? Aufgrund der Antworten könnte man die geeigneten Methoden und Tools wählen oder entwickeln.

Diese Fragen werden in meisten Firmen nicht gestellt. Management liest einen Werbeprospekt, kauft ein Tool und führt es ein. Flächendeckend.

Darauf freuen vielleicht die Softwareentwickler. Sie lieben Tools wie neue schöne Spielzeuge. Alle andere Fachleute arbeiten mit MS Office und fachspezifischen Tools. Die Umstellung auf "neue Software" ist für sie schmerzhaft.

Anstatt etwas zu verbessern oder zu beschleunigen, berauben "moderne Tools" kostbare Zeit teuren und überlasteten Experten. Es geht auch schlimmer, wenn z.B die Fehler in Tools kritische Prozesse stoppen oder wichtige Information vernichten.

Ich kenne Fälle, wo eine erfolgreiche Tool-Einführung für Management berichtet wurde, aber anstatt von korrekten Daten wurde in Tools nur Schrott gespeichert. Die Fachleute arbeiteten "geheim" mit alten Prozessen mit Word und Excel.

Es gibt kein Verfahren, der in Demo-Umgebung nicht funktioniert. Die Realität ist anders. Andererseits wird sehr selten einen Tool als die Quelle der Problemen betrachtet. Management macht für alles die dickköpfige Untergeordnete schuld, die dem Tool nicht dienen wollen.

ReqIF und Browser-basierte Tools



Letzte Zeit versucht man den ReqIF Format einzuführen, um die Anforderungen zwischen verschiedenen Abteilungen, Firmen und Tools exportieren und importieren. Theoretisch wäre es gut. Meine Erfahrungen zeigen leider, dass es einige unlösbare Probleme gibt.

Nachdem ich gesehen habe wie mühsam und mit welcher Anzahl von Fehler die einfache Übernahme der Anforderungen in ReqIF mit Hilfe der Experten geht, kann ich nicht glauben, das eine solche Abstimmung mit einfachen Nutzer in realen Projekten funktionieren wird. Man wird immer die Leute brauchen, die alle Riffe in diesem Weg kennen und umgehen können.

Tools sind nicht perfekt und beinhalten Fehler. Leider sehen die Toolentwickler die Notwendigkeit die Übername zu Verifizieren als überflüssig. Das wird auch immer manuell gemacht.

ReqIF ist zusätzlich ein sehr limitiertes Format. Die Anforderungen auf mehr oder weniger komplexe Systeme beinhalten Bilder, Tabellen, Formeln u.s.w. Das wird in meisten RE-Tools und in ReqIF nicht unterstützt. In vielen Fällen sind die Fachabteilungen gezwungen, schon die einfachen Tabellen als Bilder zu speichern.

Mit der Einführung von ReqIF werden die Fachabteilungen einfach embedded Word-Dateien in ReqIF-Objekten hin und her schicken. (Selbstverständlich wird in Word die Änderungsverfolgung eingeschaltet.)

Verschiedene Browser stellen die gleiche HTML-Formatierung nicht gleich dar. Die Web-Designer haben damit ständig Kopfschmerzen. Das trifft besonders für die IE Familie. Sogar wenn die Tool-Hersteller die interne Darstellung in ReqIF XHTML Objekte korrekt umwandeln, werden die Anforderungen nicht (immer) korrekt dargestellt. Das ist besonders für Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer kritisch.

Browser-Version erlaubt auch nicht, die Texte zu editieren. Die Fachleute möchten die Anforderungen ändern und nicht die Änderungen beschreiben.

Um kurz zu sein erwähne ich nur, das die Usability der RE-Tools nicht besonders gut ist. Die Usability der Browser-basierten Tools wird noch schlechter und sie werden noch langsamer funktionieren.

RE-Wissenschaft



In vielen Bücher und Artikel versuchen Autoren reine wissenschaftliche Theorien zu entwickeln. Leider denken die Meisten, dass die Anforderungen nur von den Kunden und aus den "höheren" Anforderungsdokumenten entstehen können. Die perfekte Anforderungen werden dann den Architekten, Designern, Entwicklern und Testern übergeben, die sie korrekt und ohne Änderungen in Hardware, Software und Tests umwandeln.

Das kann nur für Neuentwicklung und für kleine Projekte funktioniert. In großen Projekten arbeiten mehrere Leute in RE, Design und Entwicklungsteam gleichzeitig. Die Kodierung beginnt mit halb fertigen Anforderungen, die weiter nachbearbeitet werden. Für komplexe Systeme kommen dazu Projektmanagement, Marketing, Einkauf, Engineering und andere Abteilungen mit spezifischen Wünschen, Erläuterungen und Korrekturen. Ob etwas eine Anforderung oder eine Design-Entscheidng ist, ist davon abhängig, welche Freiheit man hat, aus verschiedenen Lösungen zu Wählen.

Die technische Anforderungen der Softwareentwicklung sind gleich so wichtig wie die Kundenanforderungen oder die Gesetzliche Constraints. Leider wird die Entwicklungsabteilung selten gehört.

Zusätzlich gibt es in meisten Fällen Konflikte, die man von allen Seiten betrachten muss, um die optimale Lösungen zu wählen. Alle Bereiche müssen in beide Richtungen kommunizieren und manchmal sind die Prozesse nicht trennbar.

Wenn das vergessen wird, werden unsinnige Anforderungen, abstrakte Architekturen und realitätsfremde Designs entwickelt, die später die armen Programmierer mit Hacking und Überstunden irgendwie zum Laufen bringen.
Tags: de, it, qa, quality, re
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